Color Dilution Alopecia (CDA) bei der Französischen Bulldogge
Fachinformation: Color Dilution Alopecia (CDA) bei der Französischen Bulldogge
Die Zucht von sogenannten „Trendfarben“ wie Blau (Grey/Blue), Lilac oder Isabella hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Damit einher geht ein spezifisches gesundheitliches Problem, das untrennbar an diese aufgehellten Farben gekoppelt ist: die Color Dilution Alopecia (CDA), auch bekannt als Farbmutationsalopezie.
1. Die genetische Ursache: Das MLPH-Gen (D-Lokus)
Die Farbaufhellung (Dilution) wird durch eine spezifische Mutation im MLPH-Gen (Melanophilin) verursacht. Dieses Gen steuert den Transport von Farbpigmenten in das wachsende Haar.
Der entscheidende Unterschied in der Genetik:
-
Trägerschaft (Genotyp D/d): Ein Hund, der nur eine Kopie des Dilute-Gens trägt, ist optisch vollfarbig (z. B. kräftiges Fawn oder Brindle). Diese Hunde sind zu 100 % gesund, zeigen keine Symptome von CDA und haben eine normale Haarstruktur. Sie geben das Gen lediglich statistisch an 50 % ihrer Nachkommen weiter.
-
Doppelträger (Genotyp d/d): Nur Hunde, die zwei Kopien des Gens geerbt haben, zeigen die aufgehellte Farbe (Blau/Lilac). Ausschließlich diese Hunde tragen das Risiko, an CDA zu erkranken.
2. Was passiert bei CDA im Körper?
Bei Hunden mit dem Genotyp d/d verklumpen die Pigmentkörner (Melanosomen) innerhalb der Haarzellen zu riesigen Einheiten, sogenannten Makromelanosomen.
-
Diese großen Pigmentklumpen machen den Haarschaft instabil und brüchig.
-
Das Haar bricht knapp über der Hautoberfläche ab, oft wirkt das Fell wie "mottenzerfressen".
-
Die verbleibenden Pigmentreste und Haarsplitter führen zu einer chronischen Entzündung der Haarfollikel (Follikulitis). Dies zerstört die Haarwurzeln dauerhaft, sodass kein neues Haar mehr nachwachsen kann.
3. Verlauf und Symptome für Käufer
Welpen werden meist mit einem scheinbar normalen Fell geboren. Die Erkrankung ist schleichend und unheilbar:
-
Zeitpunkt des Ausbruchs: Erste Symptome treten typischerweise zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 3. Lebensjahr auf.
-
Erscheinungsbild: Das Fell wird am Rücken und an den Flanken immer dünner, bis hin zur vollständigen Kahlheit (Alopezie). Die Haut ist oft trocken, schuppig und neigt zu sekundären bakteriellen Infektionen, die unangenehm riechen können.
4. Wissenschaftliche Grundlagen (Belege)
Diese Informationen basieren auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Genetik der Farbpigmentierung:
-
Gen-Identifizierung: Philipp, U., et al. (2005): „Polymorphisms within the canine MLPH gene are associated with dilute coat color in dogs.“ (Belegt den Zusammenhang zwischen dem MLPH-Gen und der Pigmentverklumpung).
-
Strukturelle Haaranalyse: Mecklenburg, L. (2006): „An abridged taxonomic classification of alopecia in domestic animals.“ (Beschreibt die Zerstörung der Haarfollikel durch Pigmentklumpen).
-
Diagnostik-Standard: Fachlabore wie Laboklin führen den D-Lokus-Test (Dilution) als Standard-Screening durch, um CDA-Risikotiere (d/d) zu identifizieren.
Fazit für Interessenten
CDA ist kein Schicksal, sondern eine Folge gezielter Selektion auf Modefarben. Während eine Trägerschaft (D/d) gesundheitlich völlig unbedenklich ist, ist das Risiko bei optisch blauen Hunden (d/d) biologisch fest verankert. Nur durch einen Gentest der Elterntiere kann sichergestellt werden, dass Welpen eine gesunde Haarstruktur erben.
Hinweis für Ihre Website: Dieser Bericht dient der neutralen Aufklärung über die Risiken der Farbverdünnung und hilft Käufern, die Bedeutung genetischer Tests für die Hautgesundheit zu verstehen.